3.7 Rauch- und WärmeabzugÜberblick Brandrauch stellt ein hohes Risiko für die Benutzer der baulichen Anlage und ein großes Hindernis für die schnelle Brandbekämpfung dar. Zum einen sterben die Personen an den Folgen der Vergiftungen durch Rauch und zum anderen wird die Sicht für die Feuerwehreinsatzkräfte durch Schwebstoffe und Rußpartikel reduziert. Die zweifellos beste Methode zur Verhinderung der Rauchausbreitung im Gebäude ist daher die Abführung ins Freie. Man kann dabei drei Anforderungsstufen unterscheiden:
Für den ersten Fall reicht eine irgendwie bemessene Öffnung ins Freie oder auch die normale Lüftungsanlage aus. Für den zweiten Fall gibt es konkrete Anforderungen des Gesetzgebers, die meist eine geometrische Öffnungsfläche in Abhängigkeit von der zu entrauchenden Grundfläche des Raumes darstellt. Vollständiges Freihalten von bestimmten Bereichen (Sicherheitstreppenraum) kann meist nur durch maschinell gesteuerte Anlagen erreicht werden. Der Rauchabzug ist in DIN18232 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen in den Teilen 1-3 sowie Teil 6 geregelt. Demnach unterscheidet man grundsätzlich zwischen natürlichem Rauchabzug und maschinellem Rauchabzug. Bei natürlichem Rauchabzug werden lediglich Rauchabzugsöffnungen geschaffen, während zum maschinellem Rauchabzug Ventilatoren eingebaut werden. Zu den Rauchabzugsanlagen gehören auch die erforderlichen Betätigungs- und Steuerelemente, Öffnungsaggregate, Energiezuleitungen und das Zubehör. Es sei darauf hingewiesen, daß, wenn von Rauchabzügen die Rede ist, auch gleichzeitig ein Wärmeabzug impliziert wird, da Rauch sowohl aus heißen Brandgasen als auch aus in ihm enthaltenden Partikeln besteht. Rauch- und Wärmeabzug haben zwar unterschiedliche Aufgaben, aber Rauchabzüge wirken immer auch als Wärmeabzug. Wärmeabzüge sollen bei Stahlkonstruktionen den Einsturz des Tragwerks verhindern, während Rauchabzüge eine sichere Rettung ermöglichen sollen. Wärmeabzüge sind auch größer als Rauchabzüge, so daß bei gleichzeitiger Forderung von Rauch- und Wärmeabzug nur die Flächen des Rauchabzuges auf den Wärmeabzug angerechnet werden können. Obwohl die Voraussetzungen und der Installationsaufwand verschieden sind, haben sie folgende Aufgaben:
Die Wirkung des natürlichen Rauchabzuges beruht auf dem thermischen Auftrieb der Rauchgase. Infolge des Auftriebs sammeln sie sich an oberster Stelle des Raumes und sorgen dort für einen Druckanstieg. Je höher der Druck im oberen Bereich ist, desto besser strömt das Rauchgas durch Öffnungen ins Freie. Durch den Einbau von Rauchschürzen wird der Effekt des Druckanstiegs und damit der günstigere Rauchabzug unterstützt. Durch das Ausströmen von Rauchgas und das gleichzeitige Nachströmen von Zuluft bildet sich eine "raucharme" Schicht zwischen der Rauchschicht und dem rauchfreien Bereich aus. Die Wirkung des natürlichen Rauchabzugs ist dementsprechend von folgenden Faktoren abhängig:
Die Ermittlung der aerodynamisch wirksamen Öffnungsfläche wird durch Berechnungsverfahren der DIN18232 Teil 2 festgelegt und gilt dementsprechend für Rauchabzugsgeräte nach DIN18232, während in den LBO nur von der geometrischen Öffnungsfläche die Rede ist. Die geometrische Öffnungsfläche ist die notwendige Fläche in dem Dach, auf dem das Rauchabzugsgerät aufgesetzt wird, während die aerodynamisch wirksame Öffnungsfläche eine gerätespezifische Kenngröße ist. Es besteht folgender Zusammenhang:
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